Da ich sehr oft gefragt werde, wie man einem Welpen das Alleinebleiben am besten beibringt,

hier ein paar Tipps aus dem Buch

 „Vom Welpen zum Familienhund mit Natural Dogmanship“

Von Jan Nijboer

Sehr zu empfehlen

auch die anderen Bücher  wie z.B.

„Hunde erziehen mit Natural Dogmanship“

Viel Spaß beim lesen!

 

Allein bleiben

So lernt Ihr Welpe das Alleinbleiben

Von Natur aus würde Ihr Welpe immer mit seinen Wurfgeschwistern und auch meistens mit einem erwachsenen Tier des Rudels zusammen sein. Weil also das Alleinbleiben für Ihren Welpen unnatürlich ist, sollten Sie ihn in kleinen Schritten daran gewöhnen. Außerdem sollten Sie Ihren Welpen anfänglich nur in dem Raum an das Alleinbleiben gewöhnen, wo er sich tagsüber aufhalten darf und in dem seine Bench (Box) steht (erstes Umfeld, z. B. Wohnzimmer). So wie auch in einem Haushalt mit ganz kleinen Kindern sollten alle Türen im Haus geschlossen sein. Dies sollte auch bei Ihnen grundsätzlich während der gesamten Erziehungsphase Ihres Hundes der Fall sein. Geschlossene Türen haben den erzieherischen Vorteil, dass Ihr Welpe von Anfang an auf Sie angewiesen ist, um von einem Raum zum anderen zu gelangen. Diese Form der Begrenzung gehört zur normalen Erziehung. Wenn aber alle Türen geöffnet wären, kann Ihr Welpe sich immer entscheiden mit Ihnen zu gehen, wenn Sie den Raum verlassen. Ihr Welpe wird dies in der Regel tun, denn soziale Nähe entspricht seinem Bedürfnis. Er „hängt" also an Ihnen. Dieses An-Ihnen-Hängen, ist zwar einerseits schön, kann sich aber zum „Kleben" entwickeln. Kein Wunder also, dass Ihr Welpe später Probleme bekommen könnte, wenn er allein bleiben muss. Daher haben Sie hoffentlich alle Türen im Haus geschlossen, damit Ihr Welpe sich von Beginn an daran gewöhnt, dass Sie mal kurz den Raum (nicht das Haus)verlassen, um danach sofort wieder da zu sein. Außer in diesen normalen, alltäglichen Situationen können Sie auf verschiedene Weise das Alleinbleiben noch gezielter üben.

 

Übungsvarianten

Für die erste Variante der Übung sollte Ihr Welpe müde und sattgegessen sein. Sie verlassen den Raum, schließen die Tür und kommen sofort wieder ins Zimmer herein. Wenn Ihr Welpe auf Ihr Hinausgehen reagiert und Ihnen folgen möchte, beachten Sie ihn nicht und schließen die Tür vor seiner Nase. Sie wiederholen dies so lange (auch 20- bis 3o-mal), bis Ihr Welpe sich wieder ruhig hingelegt hat. Hierbei sollten Sie sich neutral verhalten, also Ihrem Welpen keine Aufmerksamkeit schenken und vor allem nie sagen: „Ich bin gleich wieder da" Im weiteren Aufbau verlängern Sie die Zeitspanne außerhalb des Raums in minimalen Zeitabständen. Sie haben jetzt noch nicht erreicht, dass Ihr Welpe allein zu Hause bleiben kann. Deshalb ist der nächste Schritt erst dann sinnvoll, wenn Ihr Welpe problemlos zehn Minuten ohne Sie ruhig im Raum bleiben kann. In der nächsten Phase verlassen Sie kurz das Haus, kommen aber sofort danach wieder ins Zimmer zurück.

Auch diese Phase wird auf ähnliche Weise aufgebaut, bis Sie zehn Minuten außer Haus sein können.

Bei der nächsten Phase benötigen Sie eine Hilfsperson. Denn wenn Sie nun das Haus verlassen, sollte jemand anders mit Ihrem Auto wegfahren. Wenn nötig, kehren Sie, während das Auto weggefahren wurde, aber besser kurz danach, zu Ihrem Welpen zurück. Bei dem weiteren Aufbau kehren Sie nicht mehr, direkt nachdem das Auto weggefahren wurde, ins Haus zurück, sondern warten fünf bis ca. zehn Minuten (wobei das Auto nicht zu hören ist) und gehen danach ins Haus zurück.

Wenn Sie außer Haus sind, sollte Ihr Welpe Sie nicht sehen oder hören können. Von Anfang an sollten Sie diese Übung zu unterschiedlichen Tageszeiten durchführen. Beugen Sie vor, dass Ihr Welpe während des Alleinseins etwas kaputt machen kann, achten Sie auf Gefahrenquellen und geben ihm die Möglichkeit, seinen eventuellen Frust durch das Knabbern an einem Knochen abbauen zu können.

Sie können die Zeiten

nun schrittweise weiter ausbauen, wenn Ihr Welpe tagsüber bereits längere Ruhephasen hat und stubenrein ist. So kann Ihr Hund lernen, später auch ein paar Stunden allein zu sein. Es gibt aber Grenzen, die von Allein bleiben

Hund zu Hund variieren.

Der eine Welpe ist selbstständiger als der andere. Wenn Sie die Trainingsschritte nicht einhalten können, da Sie wirklich wegmüssen, sorgen Sie in der Sozialisierungsphase dafür, dass Sie einen „Welpensitter" organisieren. Denn gerade durch solche Momente können Sie den ganzen Aufbau des Trainings auf sehr destruktive Weise auf einmal zunichtemachen. Sie können noch auf eine andere Weise das Bedürfnis Ihres Welpen, mal kurz allein zu sein, stimulieren. Sie kennen dies bestimmt noch aus Ihrer Kindheit. Ihre Eltern waren bei den Nachbarn zum Kaffee eingeladen, und endlich konnten Sie unbemerkt an den Süßigkeiten naschen. Jedoch früher als erwartet kamen Ihre Eltern zurück, und Sie dachten:, ,Blöd, dass sie jetzt schon wieder da sind!" Genau dieses Gefühl können Sie bei Ihrem Welpen auch kreieren. Hierzu legen Sie einen richtig leckeren Knochen zwischen Ihre Füße, und so, wie bereits beschrieben, wird dieser für Ihren Welpen interessante Knochen durch Sie tabuisiert. Nach einer Weile legen Sie diesen Knochen in die Bench Ihres Welpen und verlassen kommentarlos den Raum. Hierauf hat Ihr Welpe gewartet, endlich kann er sich über den Knochen „hermachen". Gerade dann, wenn Sie Ihren Welpen knabbern hören, kommen Sie nach einer halben Minute wieder herein, holen Ihren Welpen (ohne Knochen) aus der Bench und schließen diese. Durch diese Vorgehensweise stimulieren Sie zwei Dinge gleichzeitig. Das erste natürlich, dass Ihr Welpe denkt: „Blöd, dass Herrchen (oder Frauchen) jetzt schon zurück ist", und es somit weniger schlimm findet, wenn Sie mal kurz den Raum verlassen. Zum anderen haben Sie das Bedürfnis Ihres Welpen, in der Bench zu knabbern, angeregt. So beugen Sie gleichzeitig vor, dass Ihr Welpe andere Sachen in Ihrer Abwesenheit kaputt macht. Damit diese Übung keine reine Zankerei für ihn ist, öffnen Sie nach einer Weile die Bench, damit er auch wirklich in aller Ruhe an dem Knochen knabbern darf.

Unbedingt beachten!  

Lassen Sie Ihren Welpen            

wegen möglicher Gefahren nie zu lange mit Knabbermaterial allein.

 

Fehler vorbeugen

Bitte sperren Sie Ihren Welpen niemals in Räumen ein,

 in denen er sich sonst nie aufhalten darf (z.B. Badezimmer)

Bitte bestrafen Sie Ihren Welpen niemals,

wenn er während Ihrer Abwesenheit etwas „angestellt“ hat.

 

Natürlich ist so ein Training sehr zeitaufwendig,

aber wenn man bereit ist,

diesen Zeitaufwand zu betreiben, kann die Erziehung des Welpen  optimal erfolgen.

Musik beruhigt

Zur Erleichterung des Alleinbleibens ist es empfehlenswert, in den Schlaf- und Ruhephasen Ihres Welpen immer die gleiche, beruhigende Musik im Hintergrund hören zu lassen.

Hat der Züchter dies bereits getan, haben Sie einen Extravorteil. Denn Ihr Welpe setzt Wohlbefinden und Tiefschlaf mit dieser Musik in Verbindung. Haben Sie Ihren Welpen zu Hause auf ruhige Musik während Schlaf- und Ruhephasen geprägt, ist diese Musik eine Unterstützung des oben geschilderten Trainings.